Am 27. März war es endlich wieder soweit, der Wochenendausflug nach Lingen zur größten deutschen Modellbauausstellung stand an. Dieses Mal aber ging es mit der Deutschen Bahn gen Westen, man wollte entspannt drüben ankommen.

Als unsere S-Bahn dann in Schkeuditz gegen 09:30 Uhr ankam, waren wir schon das erste Mal froh…weil ohne weitere Ausfälle oder Änderungen. Geplant war ursprünglich eine Fahrt mit dem ICE. Wir fuhren ca. eine halbe Stunde bis nach Halle Hbf. um dort nach 45 Minuten in den Intercity umzusteigen, der uns bis nach Emden gefahren hat. Von dort aus ging es dann wieder mit einer knappen Stunde geplanter Wartezeit weiter mit der S-Bahn nach Lingen. Ein kleines Abenteuer war die Fahrt mit dem Zug schon, da ich bestimmt an die 20 Jahre nicht mehr mit dem Zug gefahren bin. Wir waren zwar nicht schneller als mit dem Auto, aber dafür war es doch echt entspannt und man kam in Lingen an und war da nicht schon völlig fertig von der Fahrt.
Wir verbrachten zwei Nächte im Burghotel, sehr schick und völlig ausreichend. Den Freitagabend ließen wir beim Italiener gleich um die Ecke mit einer kühlen Hopfenkaltschale, Pizza und einem gepflegten Whisky ausklingen.



Samstag 06:00 Uhr klingelte der Wecker, frisch machen, frühstücken und dann los in die mit Modellbauleidenschaft gefüllten Emslandhallen. Wir bezogen erstmal „unseren“ Stand, wobei wir an sich nur Gäste waren, der David von My Plastic Projects stellte uns seinen Stand zur Verfügung, danke nochmal David. Geplant war eigentlich das ich meine Mi-24P Hind in den Wettbewerb stelle, krankheitsbedingt hat es mich aber die 2 Wochen vor der EME erwischt und ich bin leider nicht fertig geworden. Naja, nächstes Jahr dann.
Nun ging es aber los, Modelle und Händler soweit das Auge reicht. Von Büsten jeglicher Art, zivilen Projekten, über Panzer (ob einzeln oder gekonnt im Diorama in Szene gesetzt) bis hin zu den Fliegern von früher bis heute (auch hier einzeln oder mittels Base in Szene gesetzt) gab es für jedes Modellbauerherz mehr als genug. Man hat sich nach einer gewissen Zeit auf eine Pause getroffen, die Eindrücke waren wieder sehr stark und auch irgendwie kräftezehrend. Das Level wird auf den Ausstellungen jedes Jahr höher, einfach Wahnsinn was einem geboten wird. Besonders fasziniert hat mich wieder der große Stand vom Scale Navy Team, alles 32er Modelle – Tomcat, Hornet, Prowler, Viking und Hawkeye, diese Flugzeuge erinnern eben immer wieder an die eigenen Anfänge im Modellbau. Hinzu kommen noch sämtliche Fahrzeuge die auf den Flugzeugträgern ihren Dienst verrichten und wie die 32er Flugzeuge mit eben diesen in Szene gesetzt wurden. Auch eine völlig zerlegte Tomcat (weil in Wartung) hat ihren Reiz muss ich gestehen. Ganze Flugzeugträgersegmente bilden an diesem Stand die Basis für die jeweiligen Flugzeuge. Einfach klasse anzusehen das alles.
Auch die Projekte des ein oder anderen Modellbauers haben mich wie man das heutzutage so schön sagt, „mitgenommen“. Das waren eben die Werke, denen man doch deutlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt und wovon man ein paar Bilder mehr gemacht hat. Auch hier war wieder von allem etwas dabei.
Meine beiden persönlichen Eyecatcher waren zwei kleine Fantasy Dioramen, einmal mit einer niedlich gemachten Hexe, Wasserfall, Kätzchen und Hexenhaus und gleich daneben das zweite Diorama, eine Eule vor ihrem Baumunterschlupf…die genauso verpeilt schaut wie wahrscheinlich viele von uns nach dem Aufstehen…vor der ersten Tasse Kaffee. Immer wieder konnte ich neue Details entdecken und mal die Gedanken schweifen lassen. Das ist denke ich der größte Erfolg für einen Modellbauer, wenn er mit seinem Projekt einen anderen Modellbauer so faszinieren kann.




































Zu den Händlern… Ich hatte mir das Ziel gesetzt möglichst nur das Geplante zu kaufen… ich bin natürlich etwas darüber hinausgeschossen. Die Auswahl war auch hier wieder sehr vielfältig und ebenfalls sehr verlockend. Drei 72er Modellbausätze und etwas Zubehör habe ich ergattern können.
Gegen 17:30 Uhr sind wir dann wieder zum Hotel für ein kurzes Päuschen und anschließend gingen wir nochmal zum Italiener.
Sonntag, wieder 06:00 Uhr raus, frisch machen, frühstücken und los geht’s. Dieses Mal stand zu Beginn fest, dass wir unbedingt noch in den Wettbewerbsbereich müssen, das haben wir nämlich den Tag zuvor völlig vergessen. Auch hier waren wieder Werke dabei die einen in ihren Bann gezogen haben, erste Klasse!
Wir gingen nochmal eine entspannte Runde durch alle 3 Hallen und 14 Uhr hieß es dann für uns Abmarsch, wir mussten ja unsere S-Bahn erwischen. Hätte man jedoch ehr gewusst, dass die eine Dreiviertelstunde später kommt, hätte man länger auf der Ausstellung bleiben können. Aber hätte hätte Fahrradkette. Als die S-Bahn kam, ging es wieder zurück nach Emden, auch hier wieder eine Stunde warten, weil unser Intercity ebenfalls Verspätung hatte. Wir schlugen die Zeit tot mit warten und der Auswertung des Wochenendes und ehe wir uns versahen, kam unser Zug. Wir nahmen Platz und auf ging es zurück in die Heimat.
Alles in allem war es ein sehr schönes Wochenende, nimmt man die Verspätungen der Deutschen Bahn heraus. Die bringen einen dann doch immer mal zum Schwitzen, aber es war wie gesagt trotzdem mal ein entspanntes Reisen und eine Abwechslung. Nächstes Jahr steht der Gedanke, das Event mit einem Urlaub zu verbinden, um das Wochenende komplett mitnehmen zu können. Mal sehen was sich ergibt und wer sich alles findet für diese Aktion.
Bis dahin, lasst es Euch gut gehen, bleibt gesund und man sieht sich.
