28. Moson Model Show

Nach wie vor ein absolutes Highlight im Modellbaukalender ist natürlich die in Ungarn stattfindende Moson Model Show, die regelmäßig Mitte April stattfindet. So zog es selbstverständlich auch uns vom PMC Riesa mit sechs Mitgliedern Richtung Südosten. Versprengt auf drei verschiedene Gruppen mit drei unterschiedlichen Schlafplätzen reiste der Großteil von uns bereits am Mittwoch vor der Show an um noch ein wenig die Ruhe zu genießen.

Für mich ging es zusammen mit Mario und Thomas S. früh gegen 6:00Uhr los und nach einer völlig problemlosen Fahrt, leider mit einer Sightseeingtour durch das Prager Umland mit zwei Pausen, kamen wir nach 575km an unserer bekannten Unterkunft an. Außer Auspacken und Einkaufen passierte nicht mehr viel außer, dass die extra mitgebrachten Bausätze auf den Tisch kamen und schon ging das Basteln in fröhlicher Runde los. Dieses Jahr aber just for fun und nicht noch mit Zeitdruck für den Wettbewerb.

Am Donnerstag wurde dann erstmal gemeinschaftlich gefühstückt, wie es sich gehört an der frischen Luft. Zum Glück war es nicht so kalt, wie wir es ja auch schon kennenlernen durften.

Danach verteilten sich die einzelnen Grüppchen, wir fuhren nach Bratislava und wollten dort eigentlich als Erstes das Eisenbahnmuseum besuchen, was wir aber letztlich sausen ließen, denn wir fanden zwar das Gelände, aber irgendwie nicht wirklich einen offiziellen Eingang. Also ging es weiter in Richtung Zentrum mit dem Ziel Verkehrsmuseum. Das wurde ohne Probleme gefunden und mit einer Ehrenrunde fanden wir auch einen Parkplatz. Im Inneren der zwei Hallen gab es dann einiges aus den Bereichen Auto, Motorrad, Fahrrad und Eisenbahn zu sehen aber auch im Speziellen einen Überblick über die Historie von Skoda. Es hat sich auf alle Fälle gelohnt.

Gelohnt hat sich auch wieder ein Abstecher zu Modelarsky, dem Modellbauladen versteckt im Wohngebiet. Der Inhaber spricht deutsch und ist gern für ein nettes Gespräch zu haben. Also wurden schon jetzt die ersten Einkäufe getätigt, auf das die Geldbörse schmaler wird. Ich weiß nicht ob Thomas seine Bausätze sonst bekommen hätte, für mich war es jedenfalls das Beste Angebot für diesen Bausatz.

Auf dem Rückweg machten wir dann noch einen kurzen Kontrollbesuch an der Halle, nicht dass die noch jemand abgebaut hat, bevor alles erst losgeht. Aber wir konnten beruhigt sein und unseren Ausflug beenden.

Am Abend waren wir eingeladen zu unseren anderen Truppenteilen nach Hegyeshalom zum Grillen, was wir gern annahmen und es gab sehr leckeren Nudelsalat und Tsatsiki von Uni bzw. seiner Frau, aber ganz umwerfend war der Gemüsesalat, wo keiner so richtig wusste, wer den überhaupt gemacht hatte. (Running-Gag für Insider).  Es war auf alle Fälle sehr lustig, was den Donnerstag mehr als abrundete.

Am Freitag wurde es dann ja so langsam ernst, aber erst am Nachmittag. Vorher gönnten wir drei uns bei bestem Sonnenschein einen Besuch im örtlichen Thermalbad, was nach mehr als 10 Jahren mal wieder sehr entspannend war und ich denke, es hat allen gefallen, auch wenn Thomas S. und Mario ein wenig Sonnenbrand bekamen. Als wir dann vom Wärmsten ins gemäßigte Becken wechselten, liefen uns auch die Kollegen vom KPM Kaznӗjov in die Arme und so wurde sich erstmal in der warmen Brühe stehend begrüßt.

Nach einem kurzen Zwischenstop in der Ferienwohnung ging es dann aber wirklich ab zur Ausstellung und siehe da, wir waren mit die Ersten, die in der Halle waren. Also haben wir erst einmal unseren Clubtisch aufgebaut und im Nachhinein die Unterlagen für den Wettbewerb abgeholt, was erstaunlich schnell ging. Somit konnten die Sahneschnitten ebenfalls auf die entsprechenden Tische gepackt werden.

Thomas S. hatte es natürlich eilig in die Händlerhalle zu kommen, auch wenn dort noch das große Aufbauen in vollem Gang war, aber das störte ihn nicht und so wurden wiederum einige Schnapper getätigt. Bei den Händlern in der UFM-Arena schauten wir dann auch noch vorbei und da konnte ich mich dann auch nicht mehr zurückhalten und schlug zu, was soll`s. Zwischendrin trafen wir hier und da immer wieder auf bekannte Gesichter und die Freude war immer wieder groß, sich meist nach längerer Zeit mal wieder zu treffen.

Ab Freitag ging es dann am Abend traditionell  in die Gaststätte „Magyaros Vendéglő“, wo wir schon seit über 10 Jahren einkehren. Dieses Jahr gab es aber erstaunlich wenige Jungfernmedaillons am Spieß, dafür aber mehr Platten für 2 Personen.

Am Samstag ging es dann natürlich gleich nach dem Frühstück in die Arena, wo wir schon mal so weit weg parkten wie noch nie. Aber nach dem morgendlichen Spaziergang endlich angekommen war das bunte Treiben schon in vollem Gange. Der Vormittag flog einfach nur so dahin, wobei wir den Großteil davon bei nur einem Händler verbrachten. Es war die schiere Reizüberflutung und ein Andrang wie selten. Am Mittag hieß es dann Breafing für die Jury und relativ zeitig begann schon die Bewertung in meiner Kategorie „Nutzfahrzeuge“. Meine Kollegen waren für mich Unbekannte und sie waren zum ersten Mal in der Jury vertreten. Somit durfte ich erstmal einige Erklärungen abgeben aber das eigentliche Bewerten lief dann zügig, aber ich war ein wenig enttäuscht von den Modellen. Aus normaler Besuchersicht sahen sie schon toll aus, aber von Nahem gab es dann Lackfehler, Leimflecken und krumme, nicht symmetrische Achsen. Ich weiß jammern auf hohem Niveau, aber mehr als 2x Bronze haben wir nicht vergeben.

Vor und nach dem Bewerten konnte ich meine Geschenke verteilen, was für viel Freude sorgte und bekam auch Geschenke zurück. Am Nachmittag konnten wir dann auch endlich in die Händlerhalle gehen und auch dort ging es hoch her. Viele interessante Sachen gab es zu kaufen, aber man hat halt auch schon vieles im heimischen Lager, aber einer Laverda von Brach Model konnte ich dann doch nicht wiederstehen und griff dafür ganz tief in die Börse. Zum Schluss des Tages hieß es anfangen Bilder zu machen und natürlich ein Auge offen halten was unseren Sonderpreis verdient hat.

Dafür sind wir noch vor dem Frühstück in die Halle gefahren, nur um unsere Preise zu verteilen. Dabei reichte es von Deutschland bis weit in den asiatischen Raum. Ich denke, wir drei haben dafür würdige Modelle herausgepickt, was natürlich nicht heißen soll, dass wir da nicht auch andere gefunden hätten, die Wahl war definitiv nicht einfach!

Nach dem Frühstück hieß es auf zu Runde zwei und wieder massig Fotos schießen. Das Ergebnis könnt ihr hier in den Links betrachten:

Nachdem alles fotografiert war, gab es noch ein wenig Zeit um noch einmal alle Händler abzuklappern und natürlich wurde man wieder fündig, diesmal aber mitwesentlich mehr Ruhe und weniger Gedränge als am Vortag. Das war schon etwas entspannter. Kurz nach dem Mittag konnten wir dann unseren Clubtisch abbauen und auch der Run auf die Wettbewerbstische begann. Wir hatten jedenfalls genug Zeit bis der Aufbau der Preisverleihungszeremonie abgeschlossen war. Wir hatten Glück und sicherten uns Sitzplätze in der ersten Reihe. Die Tribüne war rappelvoll mit Modellbauern und auch die Stuhlreihen davor waren gut gefüllt. Das Prozedere war das Gleiche wie jedes Jahr und wir konnten uns wieder auf zwei Stunden Warten einrichten.

Mario und Tilo hatten in der Hobbyklasse gemeldet, somit waren ihre Kategorien recht zeitig dran. Der Medaillenregen für den PMC konnte also beginnen. Mario eröffnete den Segen mit einmal Bronze und einmal Silber im zivilen Bereich, Tilo folgte dann mit 2x Silber und 1x Gold im Militärbereich. Als Nächstes hätte dann Thomas B. in der Meisterklasse einen Preis bekommen können, ging aber leer aus genau wie ich, was ich aber erwartet hatte bei sehr starker Konkurrenz. Somit musste ich bis fast zum Schluss warten auf die Sonderkategorie Racing und war dort sehr glücklich über Gold im Bereich Motorräder.

Nach einer kurzen Verabschiedung von denen, die uns über den Weg liefen, ging die 28. Mosonshow auch schon zu Ende und wir verließen das Gelände Richtung Gasthaus.

Am Montag ging es nach dem Frühstück und dem obligatorischen Gruppenbild zurück nach Hause.

Unterwegs gab es schon den ein oder anderen nervigen Verkehrsteilnehmer, aber wir kamen im Großen und Ganzen ziemlich gut durch. Auf Höhe Ústí nad Laben sahen wir uns noch einem massiven Luftangriff der tschechischen Streitkräfte ausgesetzt, aber das hielt uns nicht auf, wir waren nur verwundert anhand der massiven Einschläge in der Frontscheibe. Somit endete der Trip nach Ungarn mit einem Ausflug in die Waschanlage.

Nächstes Jahr sind wir gerne wieder mit dabei, es ist halt einfach hervorragend in so eineminternationalen Flair mittendrin zu sein und auch mithalten zu können. Die Unterkunft ist jedenfalls bereits reserviert!