Jubiläum im Spreewald

Da unser Verein, der PMC Riesa 96 e.V. wie es die Zahl nun schon vermuten lässt dieses Jahr das 30-jährige Bestehen feiert, sollte das natürlich auch gebührend begangen werden. So fing es schon letztes Jahr an mit dem Finden von Ideen in welcher Art denn das Jubiläum gefeiert werden kann und so begann es mit einem Tagesbesuch im Technikmuseum in Sinsheim, über ein Wochenendausflug mit Kombiticket für Sinsheim und Speyer. Als es im Frühjahr aber konkreter wurde, gingen die Interessen und Vorstellungen etwas auseinander und es wurde ein Wochenende im Spreewald als „neutrales“ Ereignis, was mit unserem Hobby und deren Originalen nichts zu tun hat, in den Ring geworfen.

Diese Idee fand bei den damals anwesenden Mitgliedern sofort Anklang und wurde von Matthias angefangen umzusetzen mit dem Suchen einer Unterkunft und später geeigneten Ausflügen, Aktivitäten und Gaststättenreservierungen. So nahmen die Vorbereitungen seinen Lauf und Matthias entpuppte sich als regelrechter Reiseleiter.

Leider fanden sich dann immer mehr Mitglieder mit mal mehr oder mal weniger nachvollziehbaren Gründen, warum sie nicht teilnehmen konnten. Letztlich starteten aber noch immer sieben Modellbauer aus Riesa Richtung Burg im Spreewald. Nach rund zwei Stunden Fahrt erreichten wir unser Ziel bei Familie Möschk, wo wir ein ganzes Haus für die Übernachtungen gemietet hatten.

Nach dem Auspacken dauerte es gar nicht lange bis wir unseren ersten Spaziergang Richtung Hotel Bleske antraten, denn dort hatten wir fürs Abendessen reserviert. Das Wochenende konnte also erstmal schön kulinarisch beginnen mit Gurkenteller, Schnitzel, Plinsen und co.  Es hat sehr gut geschmeckt, wir hatten Spaß und einen stattlichen Regenschauer konnten wir schön vom trockenen aus verfolgen. Doch wir hatten uns ein wenig zu früh gefreut, auf dem Rückweg wurden wir dann auch noch nass, aber das war nicht weiter schlimm.

Am nächsten Morgen stand erstmal Frühstück bei Spreewaldbauer Riecken auf dem Programm. Wir starteten den Tag also erstmal schön mit frischen Brötchen und Marmelade direkt aus eigener Produktion und so ließen wir es uns umgeben von Gurken aller Art und viel Fruchtaufstrich schmecken.

Danach ging es zu Fuß Richtung Spreehafen in Burg, denn es stand eine 5-stündige Kahnfahrt auf dem Programm. Einmal angekommen mussten wir noch ein wenig warten und konnten zuschauen wie die ersten Kähne ihre Besucher aufnahmen und auch die ersten Paddler auf die Reise gingen. Was für mich natürlich ganz toll war, auf einmal kamen auch meine Clubkollegen auf den Geschmack, dass eine Paddeltour ganz schön sein könnte. Na toll, im Vorfeld war ich der Einzige, der paddeln wollte. Nun müssen wir wohl noch ein zweites Mal in den Spreewald. Die Wartezeit wurde noch zusätzlich verkürzt von Uwe, der sich immer neue Spielgefährten suchte.

Letzlich waren wir auch dran unseren Kahn zu besteigen und auf ging es mit unserem Fährmann über die Hauptspree Richtung kleinerer Fließe mit Pause im Hotel am Spreebogen  und wieder zurück zur Hauptspree. Dabei mussten wir zwei Schleusen passieren und auch ein wenig mithelfen, den Kahn sprichwörtlich aus dem Dreck zu ziehen – kleiner Insider. Dabei kamen wir auch an unterschiedlichen Spreewaldhöfen vorbei, konnten Fische im klaren Wasser beobachten fuhren unter teils sehr niedrigen Brücken hindurch und wir konnten einfach mal die Ruhe und Natur genießen. Unser Fährmann machte seinen Job sehr gut und kurzweilig, so dass wir uns top unterhalten fühlten.

Nach unserer Rückkehr in Burg ging es für ein sehr leckeres Eis und Cappuccino in die „Blaue Kiste“ zu den „Eiswerkern“, was für mich einer familienbetriebenen Manufaktur gleich kam, denn der Verkauf fand in einer ehemaligen Garage statt. Sitzen konnte man in der Einfahrt, im Vorgarten oder im dahinter angelegten Wintergarten. Die Produktion und die Lagerung der Grundstoffe fand praktisch auf dem Nachbargrundstück in zwei weiteren ehemaligen Garagen statt. Also wirklich aus dem was man als Bausubstanz zur Verfügung hatte was gemacht. Ich fand´s toll.

Nach ein wenig Ruhe in unserem Haus hatten wir einen Tisch im Kräutermühlenhof gebucht und so spazierten wir wieder los und diesmal sollte auch das Wetter halten. Da wir nur ein bestimmtes Zeitfenster zur Verfügung hatten, waren wir schon auf einen ordentlichen Andrang gefasst und ja, es war voll und sehr warm. Die Location an sich war schon toll und auch unser bestelltes Essen war sehr lecker, aber wir machten uns auch schnell wieder aus dem Staub und genossen die frische Luft auf dem Rückweg und machten es uns noch etwas gemütlich auf unserer kleinen Terrasse.

Für unseren Sonntagsausflug mussten wir nach dem Frühstück noch ein wenig fahren um an den Startpunkt, den Reiterhof Jerol zu gelangen. Dank Navi, dass wohl auf die kürzeste Route eingestellt war, ging es auf teils fragwürdigen Wegen zum Ziel. Doch letztlich fanden wir uns zurecht und konnten mit der Besitzerin auf Kremserfahrt gehen. Mit weniger PS als gewohnt ging es in Form von zwei kräftigen Kaltblütern vor unserem Wagen in die teils schöne Wald- und Wiesenlandschaft des Spreewaldes. Unterwegs kamen wir dann auch durch Straupitz und machten einen kurzen Abstecher zur dortigen Holländerwindmühle und fuhren durch den Ort.

Nach unserer Rückkehr in Burg ging es noch einmal zurück zu Bauer Riecken, wo wir uns noch ordentlich mit Spreewälder Spezialitäten eindeckten und es gab ein abschließendes leckeres Eis bevor es dann nach einem sehr schönen und kurzweiligen Wochenende wieder auf die Heimreise ging.

Ingo Hempel